TV Altenkessel

Turnverein Saarbrücken-Altenkessel von 1879 e. V.

Satzung

Satzung des Turnvereins Saarbrücken-Altenkessel von 1879 e. V.

vom 10. März 1991

§ 1 Name und Sitz

Der Verein führt den Namen Turnverein Saarbrücken-Altenkessel von 1879 e. V. und hat seinen Sitz in Saarbrücken-Altenkessel. Er ist Mitglied des saarländischen Turnerbundes (STB) und des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS) und vom Kultus-Ministerium des Saarlandes genehmigt.

Der Verein ist in das Vereinsregister des zuständigen Amtsgerichts in Saarbrücken eingetragen.

§ 2 Der Zweck des Vereins

Der Verein bezweckt die Durchführung aller auf ideeller Grundlage möglichen Turn-, Spiel- und Sportarten. Er verfolgt durch Förderung der körperlichen Ertüchtigung durch Spiel und Sport ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch die Förderung sportlicher Übungen und Leistungen im Jugend- und Aktivenbereich.

Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins.

Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

Der Verein ist politisch und konfessionell neutral.

§ 3 Erwerb der Mitgliedschaft

 Mitglied des Vereins kann jede unbescholtene Person werden. Die Anmeldung hat schriftlich zu erfolgen; bei Minderjährigen ist die Zustimmung des gesetzlichen Vertreters erforderlich. Der Vorstand entscheidet über den schriftlichen Aufnahmeantrag.

Im Falle einer Ablehnung, die schriftlich und unter Angabe der Gründe zu erfolgen hat, kann der Antragsteller gegen die Versagung innerhalb von vier Wochen schriftlich Einspruch einlegen. Über den Einspruch entscheidet nach Anhörung der betreffenden Person der erweiterte Vorstand innerhalb von zwei Wochen mit einfacher Mehrheit. Ein Nichterscheinen zur Anhörung führt zur Ablehnung des Einspruchs und damit zur Nichtaufnahme in den Verein.

Mit seinem Eintritt in den Verein ist dem Mitglied ein Exemplar dieser Satzung auszuhändigen.

§ 4 Ende der Mitgliedschaft 

Die Mitgliedschaft endet
– durch Tod
– durch Austritt
– durch Ausschluss.

Die Austrittserklärung hat schriftlich gegenüber dem Vorstand zu erfolgen und ist jederzeit möglich.

Der Ausschluss eines Mitglieds kann vom Vorstand beschlossen werden,
– wenn das Mitglied trotz erfolgter schriftlicher Mahnung länger als drei Monate mit seinen Beitragszahlungen im Rückstand ist.
– dem Mitglied ein grob vereinsschädigendes Verhalten nachgewiesen werden kann.

Der Beschluss über den Ausschluss ist mit Gründen zu versehen und dem Mitglied mittels eingeschriebenen Briefes bekanntzumachen. Gegen den Ausschließungsbeschluss des Vorstandes steht dem Mitglied das Recht der Berufung an den erweiterten Vorstand zu. Die Berufung muss innerhalb von vier Wochen ab Zugang des Ausschließungsbeschlusses beim erweiterten Vorstand eingelegt werden. Der erweiterte Vorstand entscheidet nach Anhörung des betroffenen Mitglieds innerhalb von vier Wochen mit einfacher Mehrheit. Macht das Mitglied von dem Recht der Berufung gegen den Ausschließungsbeschluss keinen Gebrauch oder versäumt es die Berufungsfrist, so unterwirft es sich damit dem Ausschließungsbeschluss mit der Folge, dass die Mitgliedschaft als beendet gilt.

Mit Beendigung der Mitgliedschaft erlöschen alle Ansprüche aus dem Mitgliedschaftsverhältnis, unbeschadet des Anspruchs des Vereins auf rückständige Beitragsforderungen. Eine Rückgewähr von Beiträgen oder Spenden ist ausgeschlossen.

§ 5 Mitgliedsbeiträge

Die Höhe der Mitgliedsbeiträge richtet sich nach den Bedürfnissen des Vereins und wird ebenso wie deren Fälligkeit von der Mitgliederversammlung bestimmt.

Der Vorstand kann unverschuldet in Not geratenen Mitgliedern die Zahlung der Beiträge stunden, in besonderen Fällen auch teilweise oder ganz erlassen.

Die Ehrenmitglieder sind von der Beitragspflicht befreit.

§ 6 Die Organe des Vereins

Die Organe des Vereins sind:
– der Vorstand
– der erweiterte Vorstand
– die Mitgliederversammlung.

§ 7 Der Vorstand

(1) Der Vorstand besteht aus 
– dem 1. Vorsitzenden
– dem 2. Vorsitzenden
– dem Schriftführer
– dem Kassenführer
– dem Sportwart

Der Verein wird gerichtlich und außergerichtlich durch den 1. Vorsitzenden, den 2. Vorsitzenden und den Sportwart, von je zwei dieser Vorstandsmitglieder gemeinsam, vertreten. Rechtshandlungen, die den Verein zu Leistungen von mehr als 5000,– DM / 2.500,– Euro verpflichten, bedürfen der schriftlichen Zustimmung des erweiterten Vorstandes.

Die Vorstandsmitglieder werden von der Mitgliederversammlung je zur Hälfte jedes Jahr auf die Dauer von zwei Jahren gewählt; jedoch bleiben die Vorstandsmitglieder solange im Amt bis ein Nachfolger gewählt ist.

Bei Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds haben die übrigen Vorstandmitglieder das Recht, einen Ersatzmann bis zur nächsten Mitgliederversammlung zu bestellen. Eine Nachwahl muss jedoch innerhalb von vier Wochen stattfinden, wenn mehr als zwei Vorstandsmitglieder ausscheiden.

§ 8 Zuständigkeit und Beschlussfassung des Vorstands

Der Vorstand ist für alle Angelegenheiten des Vereins zuständig, soweit diese nicht einem anderen Vereinsorgan übertragen sind.

Beschlüsse des Vorstandes erfolgen im allgemeinen in Vorstandssitzungen, die vom 1. Vorsitzenden und bei dessen Verhinderung vom 2. Vorsitzenden formlos einberufen werden. der 1. Vorsitzende leitet die Sitzungen, bei dessen Verhinderung der 2. Vorsitzende.

Der Vorstand beschließt mit der Stimmenmehrheit der erschienenen Vorstandsmitglieder. Er ist beschlussfähig, wenn mindestens drei der Mitglieder anwesend sind. Ist dies nicht der Fall, muss innerhalb von acht Tagen eine neue Sitzung einberufen werden. Die Beschlussfähigkeit ist dann ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Vorstandsmitglieder gegeben. Bei Stimmengleichheit ist der Antrag abgelehnt.

Über die Beschlüsse des Vorstandes ist zu Beweiszwecken eine Niederschrift aufzunehmen, die vom Sitzungsleiter und dem Protokollführer zu unterzeichnen ist.

Die Vereinigung mehrerer Vorstandsämter in einer Person ist unzulässig.

§ 9 Der erweiterte Vorstand

(1) Der erweiterte Vorstand besteht aus 
– dem Vorstand
– den Abteilungsleitern
– dem stellvertretenden Schriftführer
– dem stellvertretenden Kassenführer
– dem Pressewart
– den zwei Beisitzern

(2) Für die Wahl der Mitglieder des erweiterten Vorstands gilt § 7 Abs. 3 der Satzung entsprechend, sofern sie keine Vorstandsmitglieder sind.

(3) Der erweiterte Vorstand ist für die in der Satzung niedergelegten (§ 3 Abs. 2, § 4 Abs. 3 und § 7 Abs.2 der Satzung) und für die ihm von der Mitgliederversammlung übertragenen Aufgaben zuständig.

Der erweiterte Vorstand muss mindestens alle drei Monate zu einer Sitzung zusammentreten, wobei die Einberufung schriftlich unter Angabe der Tagesordnung durch den Vorstand zu erfolgen hat.

Bei Ausscheiden eines der Mitglieder des erweiterten Vorstands, das nicht Vorstandsmitglied ist, kann der erweiterte Vorstand von sich aus einen Ersatzmann bis zur nächsten Mitgliederversammlung ernennen.

§ 10 Die Mitgliederversammlung

Die ordentliche Mitgliederversammlung ist einmal jährlich durch den Vorstand einzuberufen.

(2) Die Einberufung der Mitgliederversammlung hat schriftlich oder durch geeignete Pressemitteilung mindestens vierzehn Tage vorher unter Angabe der Tagesordnung durch den Vorstand zu erfolgen.

§ 11 Aufgaben und Beschlussfassung der Mitgliederversammlung

(1) Die Mitgliederversammlung hat folgende Aufgaben:

Die Entgegennahme des Jahres- und Kassenberichts des Vorstands, des Prüfberichts der Kassenprüfer und die Erteilung der Entlastung.
– Die Wahl des Vorstands und der weiteren Mitglieder des erweiterten Vorstands.
– Die Wahl der beiden Kassenprüfer auf die Dauer von einen Jahr.
– Die Beschlussfassung über Satzungsänderungen und alle sonstigen ihr vom Vorstand unterbreiteten Aufgaben sowie die nach der Satzung übertragenen Angelegenheiten.
– Die Beschlussfassung über die Auflösung des Vereins.
– Anträge außerhalb der vom Vorstand augestellten, in der Einladung bekanntgegebenen Tagesordnung werden in der Mitgliederversammlung nur behandelt, wenn sie spätestens eine Woche von dem Tag der Versammlung beim Vorstand schriftlich eingereicht sind.

Den Vorsitz in der Mitgliederversammlung führt der 1. Vorsitzende, bei seiner Verhinderung der 2.Vorsitzende, bei Verhinderung beider ein vom 1. Vorsitzenden bestimmter Stellvertreter.

Stimmberichtigt sind alle nach BGB voll geschäftsfähigen Mitglieder

Die Mitgliederversammlung fasst ihre Beschlüsse mit einfacher Stimmenmehrheit der Erschienenen, es sei denn, Gesetz oder Satzung schreiben eine andere Stimmenmehrheit vor.

Die Beschlussfassung und die Wahl der Mitglieder des Vorstands und des erweiterten Vorstands sowie der Kassenprüfer erfolgen durch offene Abstimmung. Sofern sich ein Versammlungsmitglied gegen die offene Abstimmung ausspricht, hat die Abstimmung geheim zu erfolgen.

Bei der Wahl der Mitglieder des Vorstands und des erweiterten Vorstands ist bei Stimmengleichheit ein weiter Wahlgang erforderlich.

Über jede Mitgliederversammlung ist ein Protokoll aufzunehmen, das vom Versammlungsleiter und vom Schriftführer zu unterzeichnen ist.

§ 12 Außerordentliche Mitgliederversammlung

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung ist einzuberufen, wenn das Interesse des Vereins es erfordert oder der 10. Teil der Mitglieder die Einberufung schriftlich unter Angabe des Zwecks und der Gründe verlangt. Im übrigen gelten die §§ 10 und 11 der Satzung entsprechend.

§ 13 Satzungsänderung

Zu einem Beschluss, der eine Änderung dieser Satzung enthält, ist eine Mehrheit von 3/4 der erschienenen stimmberechtigten Mitglieder der Mitgliederversammlung erforderlich.

§ 14 Auflösung des Vereins

(1) Die Auflösung des Vereins kann nur durch die Mitgliederversammlung erfolgen, wobei drei Viertel der erschienenen Mitglieder für die Auflösung stimmen müssen.

Zur Abwicklung der Geschäfte ernennt die Mitgliederversammlung zwei Liquidatore.

Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall seines bisherigen Zwecks fällt das Vermögen des Vereins an die Stadt Saarbrücken, die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke zu verwenden hat.


Saarbrücken-Altenkessel, 10.03.1991 

F.d.R.:

gez. Detlev Jacobs
1. Vorsitzender

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Der Mitgliedsbeitrag beträgt 8 €/Monat pro Person oder 16 €/Monat pro Familie.

Spenden

Spendenformular

Wenn Sie den TVA mit einer Spende unterstützen wollen, können Sie diese gerne auf die im Formular angegebene Bankverbindung des Vereins überweisen.

Für Beträge bis zu 300,- Euro wird das Überweisungsformular mit den vorgegebenen Angaben als Spendenbescheinigung beim Finanzamt anerkannt.

Für höhere Beträge stellen wir gerne eine separate Spendenbescheinigung aus. Senden Sie dann bitte eine E-Mail an:
tva-mitgliederpflege [at] t-online.de

Jahresberichte

Berichte der Abteilungen zu den Mitgliederversammlungen

Berichte zur Mitgliederversammlung 2022

Berichte zur Mitgliederversammlung 2021

Berichte zur Mitgliederversammlung 2019

Berichte zur Mitgliederversammlung 2018

Berichte zur Mitgliederversammlung 2017

Berichte zur Mitgliederversammlung 2016

Historie

Chronik des TVA 1879 e.V. von 1879 bis 1979

Als man gegen Ende des vorigen Jahrhunderts den Wert des Sportes für den Menschen erkannte, suchten auch in Altenkessel einige junge Männer Schritt zu halten und gründeten in den Augusttagen des Jahres 1879 den Turnverein Altenkessel.

Als 1. Vorsitzender wurde der Schmiedemeister Nikolaus Lorig gewählt, der sich zusammen mit seinem Vorstand für die Beschaffung von Geräten einsetzte, um einen geregelten Turnbetrieb aufnehmen zu können.

Dieser Turnbetrieb aber konnte nur an Sonntagvormittagen ausgeübt werden, da die tägliche Arbeitszeit der Männer noch immer 12 Stunden betrug. Entgegen allen Widrigkeiten machte der Verein jedoch gute Fortschritte. Die Vorturner wurden damals in Burbach, Forbach und Metz ausgebildet, und großen Wert legte man auch auf die Ausbildung eines Trommler- und Pfeifenkorps. Schon nach kurzer Zeit hatte dieser Spielmannszug ein beachtliches Niveau erreicht und war bei vielen Veranstaltungen innerhalb und außerhalb des Vereins- und Ortsgeschehens sehr gefragt.

Auf Initiative des Turnwarts Wilhelm Thiel und des Vorturners Paul Bohley konnte der Verein im Jahre 1897 das 1. Gauturnfest durchführen. Verbunden damit war auch die Weihe einer Vereinsfahne, die leider im 2. Weltkrieg abhanden gekommen ist.

Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges beteiligten sich unsere Turner an Vereins-, Gauturn- und Bergfesten mit sehr gutem Erfolg. Der Verein selbst führte verschiedene Veranstaltungen in eigener Regie durch. An- und Abturnen, Rekruten-, Abschieds- und Reservistenbälle waren die Folge.

Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde die Vereinsarbeit, bedingt durch eine große Anzahl junger Turner, die ins Feld rücken mussten, zum ersten Mal für einen längeren Zeitraum unterbrochen. Ende 1917 begann man zwar wieder mit dem Turnbetrieb, musste diesen jedoch während der Besatzungszeit für einige Monate wieder einstellen.

Nachdem die Vereinsarbeit wieder zugelassen war, kamen die Turner zusammen und wählten unter dem 1. Vorsitzenden Peter Wagner und Turnwart Georg Lutz einen neuen Vorstand. Im Jahre 1921 lösten Josef Schett als 1. Vorsitzender und Willi Linsin als Turnwart die amtierende Führungsspitze ab. Unter schwierigsten Bedingungen nahm der Verein dann im darauffolgenden Jahr am Kreisturnfest in Aschaffenburg teil und stellte sich dann 1923 beim Deutschen Turnfest in München mit einer Musterriege am Barren vor, die mit dem Prädikat „Gut“ bewertet wurde. Im Jahre 1924 wurde innerhalb des Vereins eine Handballabteilung gegründet, die sich sofort an den Meisterschaftsspielen innerhalb des Gaues beteiligte und auch Freundschaftsspiele, mit Mannschaften aus dem damaligen Deutschen Reich, wie Vollmershausen und Frankfurt-Sachsenhausen bestritt.

Bedingt durch eine Krankheit legte der 1. Vorsitzende Josef Schett im Jahre 1926 sein Amt nieder. Turnbruder Jakob Albert wurde 1. Vorsitzender und Ferdinand Schett Oberturnwart. Am 10.8.1929 feierte der Verein sein 50-jähriges Stiftungsfest. Aus diesem Anlass erhielten die Turner Mathias Wirtz, Jakob Gerhold und Peter Anschütz den Gauehrenbrief. Dieses Stiftungsfest wurde für den Verein zu einem großen Erfolg. In der darauf folgenden Zeit war in turnerischer und kultureller Sicht ein starker Aufschwung zu verzeichnen. So fand unter anderem im Jahre 1931 die Götzwanderung in Altenkessel statt und 1933 besuchte man das Deutsche Turnfest in Stuttgart.

Am 1. März 1935 erfolgte die Rückkehr des Saargebietes ins Deutsche Reich, was auch für den Turnverein einige Umstellungen erforderlich machte. Alle Schülerriegen wurden ins Jungvolk übernommen. Am 18.3. 1939 legte Jakob Albert sein Amt als 1. Vorsitzender aus Alters-und Gesundheitsgründen nieder und übertrug sein Amt auf den damaligen Turnwart Ferdinand Schett. Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges, konnte der Verein seine Tätigkeit noch bis zum 31.3.1943 aufrechterhalten, musste diese dann aber bedingt durch Kriegseinwirkungen und mangelnde Übungsmöglichkeiten aufgeben. Es wurde aber dem Vorstand auferlegt, bei einer Besserung der Verhältnisse für sofortige Wiederaufnahme des Turnbetriebes Sorge zu tragen.

Nach dem 2. Weltkrieg begannen die Handballer sofort wieder mit dem Aufbau einer Abteilung. Diese musste sich aber dem SC 07 anschließen, da zu dieser Zeit die Militärregierung alle Sport- und Turnvereine, außer Fußball, verboten hatte. Eine starke Frauenmannschaft der Handballabteilung spielte damals in der höchsten saarländischen Liga. Endlich, am 17. Oktober 1948, erfolgte unter Leitung des Ehrenvorsitzenden Jakob Albert die Wahl und Bildung eines Aktionsausschusses, der mit den notwendigen Arbeiten bis zur Wahl eines neuen Vorstandes beauftragt wurde.

Ende Oktober setzte der Turnbetrieb wieder ein, und besonders die Frauenabteilung unter der Leitung von Berta Kiefer nahm einen guten Aufschwung. 1949 beteiligte sich der Verein mit mehreren Wettkämpfern am 1. Landesturnfest des Saarländischen Turnerbundes in Völklingen. Durch Aufhebung von Verordnungen und Verfügungen der damaligen Militärregierung in Verbindung mit einem neuen Vereinsgesetz konnte der Turnverein Altenkessel am 8. Oktober 1950 neu gegründet werden. Die Handballabteilung trat wieder geschlossen dem Verein bei. In der Folgezeit wurden auf turnerischer Ebene beachtliche Erfolge erzielt. Das ganze Vereinsgeschehen litt jedoch sehr stark untern den eingeschränkten Übungsmöglichkeiten, so dass man sich entschloss, notgedrungen den Bau einer vereinseigenen Turnhalle in Angriff zu nehmen. Es folgte eine Umbildung des Vorstandes, damit der Turnbetrieb nicht unter dem Hallenneubau zu leiden hatte. Turnbruder Oskar Deutsch übernahm die Führung des Vereins.

Am 28. September 1952 legte der Turngau Saarbrücken seinen Gauturntag nach Altenkessel, um allen beteiligten Vereinen die Möglichkeit zu geben, an der feierlichen Grundsteinlegung zum Bau der Turnhalle teilzunehmen.

1953 fand wieder eine Götzwanderung nach Altenkessel statt und das 1. Deutsche Turnfest nach dem 2. Weltkrieg in Hamburg wurde besucht.

Am 10. Oktober 1953 konnte Dank der besonders großen Rührigkeit des 1. Vorsitzenden Oskar Deutsch, das Richtfest gefeiert werden. 1954 schied Oberturnwart Ferdinand Schett wegen Krankheit aus und sein Amt wurde Turnbruder Philipp Becker übertragen. Nach unendlichen Mühen konnten dann endlich im Jahre 1955 die vereinseigene Turnhalle eingeweiht werden. Bei den Feierlichkeiten wurden dem Ehrenvorsitzenden Jakob Albert und dem 1. Vorsitzenden Oskar Deutsch der Ehrenbrief des Deutschen Turnerbundes überreicht.

In den nachfolgenden Jahren setzte ein reger Sportbetrieb in der Turnhalle ein. Dem Verein wurde von Seiten des Turngaues Saarbrücken und des Saarländischen Turnerbundes die Durchführung von nationalen und internationalen Veranstaltungen übertragen.

1956 gründete der Verein unter der Stabführung von Ewald Rekrut wieder einen Spielmannszug, der sehr schnell zu einem beachtliche Klangkörper heranwuchs.

1957 wurde die Prellballabteilung gegründet, die sich im Laufe der Zeit zu einem starken Leistungsträger innerhalb des Vereins entwickelte. Im Jahre 1956 schied die langjährige Frauenwartin, Berta Kiefer, wegen Krankheit aus und wurde Ehrenturnwartin. Am Deutschen Turnfest in München nahmen 31 Wettkämpfer des Vereins teil, die alle einen Sieg erringen konnten. Außerdem nahm man am Vereinsturnen teil. lm folgenden Jahr wurde Ewald Rekrut zum Oberturnwart gewählt und der Verein feierte sein 80jähriges Stiftungsfest.

Der 1. Vorsitzende Oskar Deutsch stellte im Jahre 1963 sein Amt aus Altersgründen zur Verfügung und wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Den Vereins-Vorsitz übernahm Ewald Rekrut und Oberturnwart wurde Rudi Albert. Eine neue Vereinsfahne wurde für die im Krieg verlorengegangene eingeweiht. Am Deutschen Turnfest in Essen beteiligten sich wiederum viele Turnerinnen und Turner sowie eine Prellballmannschaft des Vereins mit Erfolg.

Aus Anlass des 80jährigen Bestehens am 19. und 20. September 1964 wurde ein neues Vereinsabzeichen eingeführt.

1966 wurde Jürgen Albert zum Oberturnwart gewählt und eine Leichtathletikabteilung gegründet. Dieser neuen Abteilung gelangen in den folgenden Jahren große Erfolge. 1967 wurde sie die beste Jugend-Leichtathletik-Fünfkampfmannschaft der Bundesrepublik Deutschland. Im gleichen Jahr übernahm Richard Engel das Amt des Oberturnwartes.

1968 wurden acht Saarlandmeisterschaften, sieben Saarlandrekorde und neun Jahresbestleistungen von unseren Leichtathleten erkämpft. Günther Hoffmann qualifizierte sich als sechstbester Jugendlicher der Bundesrepublik Deutschland für das olympische Jugendlager in Mexiko. Die Tischtennisabteilung wurde in den Verein aufgenommen und eine Badmintonabteilung gegründet. Eine Abordnung des Vereins nahm am Deutschen Turnfest in Berlin teil.

1969 wurde aus Anlass des 90jährigen Bestehens eine Sportwerbewoche, verbunden mit einem internationalen Volksmarsch, durchgeführt. Die Leichtathletikjugend setzte ihre Erfolgsserie fort. So wurde unter anderem Günther Hoffmann Deutscher Vizemeister über 300 m Hürden der A-Jugend und die 4 x 100 m Staffel in der Besetzung Günther Hoffmann, Jürgen Breuer, Jeannot Braeunig und Manfred Selzer ebenfalls Vizemeister. Zehn Saarlandmeisterschaften wurden errungen und im Fünf- und Zehnkampf der Mannschaft neue Saarlandrekorde aufgestellt.

Durch die immer größer werdenden Belastungen musste der Verein im Jahre 1972 die vereinseigene Halle an die damalige Gemeine Altenkessel abtreten. Rudi Albert wurde Oberturnwart. In diesem Jahr erfolgte die Gründung der Volleyballabteilung.

1973 besuchte man das Deutsche Turnfest in Stuttgart. Es folgte das 95jährige Stiftungsfest 1974. Bei dieser Gelegenheit wurde der 1. Vorsitzende Ewald Rekrut mit dem Ehrenbrief des Deutschen Turnerbundes ausgezeichnet.

1976 schied die langjährige Frauenwartin Karoline Rebhuhn aus und wurde zur Ehrenfrauenwartin ernannt. Im folgenden Jahr gelang der Damenmannschaft der Prellballabteilung der Aufstieg in die Bundesliga.

Eine Abordnung des Vereins nahm 1978 am Deutschen Turnfest in Hannover teil.

1979 besteht der Turnverein Altenkessel aus 6 Abteilungen mit ca. 300 aktiven Sportlern und vielen inaktiven Mitgliedern. Ab diesem Zeitpunkt stellen sich die einzelnen Sparten selbst vor.